Saudische Webseiten fordern Überarbeitung des Korans

Kashmir News mach darauf aufmerksam, dass in diesem Jahr auf saudischen Webseiten, zwei ungewöhnliche Artikel veröffentlicht wurden. Sie fordern auf, Schreibfehler im Koran zu ändern und die religiösen Texte im Licht der Moderne anzupassen.

Der heutige Koran wurde in der unthmanischen Schrift geschrieben. Da dieses Schriftsystem eine menschliche Erfindung ist, gibt es laut Hashem keinen Grund, dieses Heilig zu sprechen, wie es viele Muslime tun. Tatsächlich, sagt er, ist es an der Zeit, etwa 2.500 Rechtschreib- und Grammatikfehler zu korrigieren, die von den Schriftgelehrten in dieser Zeit gemacht wurden und bis heute Teil des Korantextes blieben.

Ein zweiter Artikel stellt fest, dass während der Coronavirus-Pandemie zum ersten Mal in der islamischen Geschichte Änderungen an der Form der islamischen Anbetung vorgenommen wurden. Das zeige, dass es im Islam Raum für Flexibilität gebe und dass die gleiche Flexibilität auch auf die islamischen Texte angewendet werden könne.

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Was glauben eigentlich Christen?

Hallo Ibrahim

Du hast mich gefragt: „Was glauben eigentlich Christen?“ Das ist eine gute Frage, denn wie auch Muslime unterschiedliche Dinge vertreten, so betonen auch Christen unterschiedliche Aspekte und drücken sich ganz verschieden aus. Wichtig ist zu wissen, dass es nicht nur eine Kirche gibt, sondern verschiedene, wie zum Beispiel Katholiken, Orthodoxe, Kopten, evangelische und charismatische Kirchen. Es gibt ja im Islam auch die vier Haupt-Richtungen der Sunniten (Hanafi, Hanbali, Maliki, Shafi’i), die drei großen schiitischen Gruppen (Imaili, Jafari, Zaidi), dann noch die Bewegung der Sufi und weitere muslimische Umas.

Ganz allgemein glauben Christen, dass Gott die Menschen liebt und mit ihnen in Kontakt sein will. Gottes Wunsch ist, dass die Menschen mit ihm glücklich werden. Als Jesus einmal gefragt wurde, wie man ewiges Leben erhält, sagte er: „Indem man Gott liebt und seine Mitmenschen wie sich selbst“ (Lukas 10,27). Wer Jesus in sein Leben einlädt, zu dem kommt Gottes Geist und verändert ihn Schritt für Schritt. So steht im Johannesevangelium (1,12): „So viele Jesus aufnahmen, denen gab er das Recht Gottes Kinder zu werden“. Wer anerkennt, dass Jesus für ihn am Kreuz gestorben ist, der wird zu einem Kind von Gottes Familie. Christ sein ist eine Entscheidung für den geraden Weg Gottes. Deshalb wurden Christen am Anfang als die Leute des Weges bezeichnet.

So, wie viele als Muslime geboren wurden, sind auch viele Christen in christliche Familien hineingeboren worden. Doch das macht sie im eigentlichen Sinne nicht automatisch zu Nachfolgern von Jesus. Das ist verwirrend, denn es gibt viele Menschen, die sich als Christen bezeichnen, aber ohne Gott leben. Sie haben zwar christliche Werte, verstehen aber den christlichen Glauben selbst nicht. Sie haben kein Bedürfnis, mit Gott in Beziehung zu stehen. Sie haben Gott den Rücken zugekehrt und wollen selbst bestimmen, was gut für sie ist.

Das wird in der Bibel als Sünde bezeichnet. Das Wort „Sünde“ kommt aus der Bogensprache und bedeutet Zielverfehlung. Damit ist gemeint, dass ein Mensch nicht das lebt, wozu ihn Gott geschaffen und begabt hat. Sünde ist eigentlich nicht eine einzelne Tat, sondern eine von Gott abgewandte Haltung. Durch Jesus erhält ein Mensch wieder einen neuen Zugang zu Gott und wird durch seinen Geist verändert und begabt, sofern derjenige das zulässt. Gott stellt unsere Würde wieder her, indem er für unsere Verfehlung bezahlt.

Gott will nicht im Himmel oder in einem Gebäude sein, sondern in und mit uns. Das ständige Gespräch mit Gott ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Wer in diesem Leben Zeit mit Gott verbringt, der wird nach dem Tod bei ihm sein. Gott nimmt uns als Person ernst. Er begabt und fördert uns. Wir Menschen sollen einander ergänzen.

Im christlichen Glauben ist also manches anders als im Islam. Es geht mehr um einen aktiven Austausch mit Gott und um seine Gegenwart in unserem Leben. Es geht nicht in erster Linie um gute und schlechte Taten, sondern um eine Beziehung zu Gott, so wie zwischen einem guten Vater und seinem geliebten Kind.

Natürlich gibt es noch andere Aspekte, doch das sind die wichtigsten Leitlinien.

Herzliche Grüße

Johannes

Was hättest du auf die Frage geantwortet?

https://www.obrist-impulse.net/was-glauben-eigentlich-christen

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30 arabische Koranversionen

Heute gibt es 30 erhältliche arabische Koranfassungen, welche aus 10 Grundversionen entstanden sind. Das, obwohl immer wieder behauptet wird, dass kein Wort oder Buchstabe im arabischen Koran je verändert worden sei.

Die Rezitation nach Ḥafṣ ibn Sulaimān findet heute im größten Teil der islamischen Welt Verwendung, also im gesamten Nahen Osten, in Pakistan, in Indien und in der Türkei. Der Koran nach Warš wird vor allem in Nordafrika rezitiert; die Version nach Ḥafṣ ad-Dūrī in Teilen des Sudans.

Dem Buch „The Readings and Rhythm of the Uthman (Qur’anic) Manuscript“ zufolge gibt es 1354 akzeptierte Unterschiede zwischen dem Hafs- und dem Warsh-Koran.

Wie konnten verschiedene Versionen entstehen, wenn es ein wichtiges Fundament des Islams ist, dass der Koran nur in seiner ursprünglichen arabischen Version rezitiert werden darf und die Sprache des Korans als ein Wunder gilt?

Im Islam hat das Rezitieren des arabischen Textes Priorität und gilt als ein Allah wohlgefälliger Verdienst. Der christliche Glaube hingegen legt den Schwerpunkt auf das Verstehen und Umsetzen des Textes.

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Corpus Christi – Fronleichnamsfest

Mit dem Fronleichnamsfest (2020: Donnerstag 11. Juni) gedenkt die katholische Kirche der leiblichen Gegenwart Jesu Christi (Realpräsenz) im Sakrament der Eucharistie.

Aus der Einführungsbulle 1264 Transiturus hoc mundo geht aber auch hervor, dass Papst Urban IV. als primären Einführungsgrund des Festes den siegreichen Triumph über die Ketzerei favorisierte, die die Transsubstantiation abgelehnt hatte (Orthodoxe Kirchen).

Realpräsenz: Für die Zunge bleibt es ein Brot, für die Seele Teilhabe an seinem göttlichen Wesen, andere bestreiten diese Definition und sprechen von einer wesenshaften Veränderung des Brotes und des Weines.

Jesus sagt in Johannes 6,54: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.“ Bei der Einsetzung vom Abendmahl bei der letzten Pessachfeier mit seinen Jüngern (Markus 14, 22-24) steht: „Jesus nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“

Am ersten Apostelkonzil  wurde der Verzehr von Blut verboten  (Apostelgeschichte 21,25). Paulus  spricht im Korintherbrief von der Gemeinschaft des Blutes und des Leibes, nicht aber das Brot und Wein es geworden ist (1.Korinther 10,16).

Luther hielt an der Präsenz von Jesus in Brot und Wein fest. Die Reformation  (ab 1517) stand dem Fronleichnamsfest ablehnend  gegenüber. Für Martin Luther war es Abgötterei (die Anbetung von Brot und Wein).

In der orthodoxen Kirche  ist die Verehrung und Anbetung vom Brot unbekannt. Hier lautet ein Grundsatz: Wir verehren die heiligen Gaben, weil wir sie – etwa zur Krankenkommunion – aufbewahren, aber wir bewahren sie nicht auf, um sie zu verehren.

In Johannes 1,12 steht: „Allen aber, die ihn (Jesus) aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben„. Jesus in das Leben oder wie einige sagen „Jesus ins Herz“ aufnehmen ist eine geistliche Form. Kaum jemand glaubt, dass er Jesus durch den Magen aufnimmt. Der entscheidende  Punkt ist der Glaube. Glaube bedeutet in der Sprache vom Neuen Testament (Griechisch) vertrauen. Übertragen bedeutet es: Wer Jesus sein Leben anvertraut und ihm vertraut, ist eng mit Gott verbunden. Die Taufe ist als einmalige Anfangsfeier gegeben. Das Brechen des Brotes und Trinken des Weines als Erneuerungsfeier.

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Gott hält sich nicht an unseren Endzeitplan

Immer wieder tauchen neue Endzeitspekulationen auf und verunsichern Christen. Meist verändern sich diese Hypothesen jedoch schon nach kurzer Zeit und passen sich neuen Gegebenheiten an. Durch die Jahrhunderte entstanden so unter den Christen vier große Endzeittheorien. Wie kam es dazu?

 

Jesus versprach, zurückzukommen
Jesus versprach seinen Jüngern, dass er auf diese Erde zurückkommt  (Johannes 14,3; Apostelgeschichte 1,11; Offenbarung 22,12-13). Die Bibel berichtet von verschiedenen Zeichen und Ereignissen, die der Wiederkunft Jesu vorausgehen werden. Dennoch ist unklar, wie genau  das alles geschehen wird. Immer wieder wurde versucht, die Prophezeiungen der Bibel miteinander zu verknüpfen und einen endzeitlichen Plan zu entwerfen. In allem können wir eines festhalten: Die Bibel ist kein Fahrplan, sondern enthält Gottes Heilsplan. Sie will aufzeigen, wie wir uns heute mit Gott versöhnen können. Sie ermutigt uns an keiner Stelle zu Spekulationen darüber, wie viel Zeit wir dafür noch haben. So sagte auch Jesus: „Den Tag und die Stunde weiß allein mein Vater“ (Matthäus 24,36). Dennoch haben sich durch die Jahrhunderte verschiedene endzeitliche Erwartungen herausgebildet.

Jüdische Messiaserwartungen
Im jüdischen Umfeld wird der Messias meist nicht als Erlöser der einzelnen Seele angesehen. Er wird vielmehr als Herrscher betrachtet, der für Gerechtigkeit in der Gesellschaft sorgt und Frieden zwischen den Völkern  stiftet. Im jüdischen Umfeld gab es bereits sehr viele Messiasgestalten. Einige bekannte davon sind Bar Kochba, Sabbatai Zwi und Rebbe Menachem Mendel Schneerson. Die jüdische Messiaserwartung erlebte im Laufe der Geschichte viele Enttäuschungen, ist aber immer noch lebendig.

Der Prämillennialismus
In den ersten drei Jahrhunderten nach Jesus Tod, Auferstehung und Auffahrt zum Vater erwarteten die Christen seine baldige Wiederkunft. Sie glaubten, dass Jesus auf diese Erde zurückkommt und ein irdisches 1000-jähriges Reich aufrichten wird (Prämillennialismus; Prä = vor / Millennialismus = Lehre von einem 1000-jährigen Reich, auch Millenarismus, Milleniarismus oder Chiliasmus genannt). Die Gläubigen sollen entrückt werden und innerhalb eines Augenblicks einen ewigen geistlichen Leib bekommen. Anschließend werden sie dann mit Jesus das 1000-jährige Reich aufrichten. In diesem Reich gehen die alttestamentlichen Verheißungen in Erfüllung, dass die Menschen und die Tiere wieder friedlich nebeneinander leben werden (Jesaja 11,6-9). Jesus  selbst wird dann von Jerusalem aus die ganze Welt regieren. Am Ende der Zeit dieses Reiches wird der Teufel noch einmal losgelassen werden, um die ganze Menschheit zu verführen (Offenbarung 20). So kommt es abschließend zum letzten Gericht. Danach werden alle, die treu zu Gott gehalten haben, in sein ewiges Reich eingehen.

Der Amillennialismus
Ab dem 4. Jahrhundert wurden der christliche Glaube und die Kirche im römischen Reich offiziell anerkannt. Am 28. Februar 380 n. Chr. erklärte Kaiser Theodosius den christlichen Glauben zur Staatsreligion. Es entstand eine christliche Staatskirche. Die Kirchenväter sahen nun die Verheißung von Offenbarung 20 in Erfüllung gehen, da der Teufel das „Reich Gottes“ nicht mehr behindern konnte und die Kirche selbst die damalige Welt prägte. Im Konzil von Ephesus (431 n.Chr.) wurde der Glaube an ein zukünftiges Reich als Irrlehre verurteilt (vgl. kath. Katechismus, Paragraph 676).

Der Glaube, dass Jesus selbst auf diese Welt kommt und ein christliches Reich aufrichtet, war überholt. Somit entstand der Amillennialismus (oder Amillenarismus), der die Existenz eines irdischen, 1000-jährigen Reiches verneinte. Nach dieser Lehre wird Jesus bei seiner Wiederkunft Gericht halten. Die Menschen gehen dann entweder in die ewige Herrlichkeit oder aber in die Gottesferne ein. Die Entrückung, die Wiederkunft und das Gericht wurden als ein einziges Ereignis verstanden.

Es ist schon erstaunlich, dass die Kirche über 1000 Jahre die ganze damalige Welt prägte. Das Traurige dabei ist aber, dass sich die Kirche dabei immer mehr von ihren Wurzeln entfernte und ihr eigenes Verständnis vom Reich Gottes sogar mit Gewalt durchsetzte.

Durch die Reformation 1517 wurde die Bibel auch der breiten Masse in ihrer Sprache zugänglich. In der Folge glaubten einzelne Christen wieder vermehrt an ein 1000-jähriges Reich auf Erden. Dabei verstand man sich selbst als das „neue Israel“. Die Bibel legte man erneut wörtlich aus und hielt die Prophezeiungen nicht nur für bildhafte und symbolische Reden.
In Münster gab sich um 1534 Jan Beuckelsson als König von Zion  aus. Er führte einen sehr unmoralischen Lebenswandel und änderte die Zeiten der Feiertage. Durch dieses Ereignis mitgeprägt, hielten die Reformatoren am Amillennialismus fest. Calvin bezeichnete die Anhänger des irdischen 1000-jährigen Reiches sogar als unwissend und niederträchtig.

Im 17. Jahrhundert kam die Lehre vom Prämillennialismus  wieder verstärkt auf. Vertreten wurde diese Vorstellung vor allem von stark bibelorientierten Christen, u.a. von J. A. Bengel. In dieser Bewegung meinte man den Ort und die Zeit der Wiederkunft Christi zu wissen, was sich später als Irrtum herausstellte.

Der Postmillennialismus
Unter Daniel Whitby (1638-1726) entstand eine neue Lehre, der Postmillennialismus (oder Postmillenarismus). Whitby vertrat die Meinung, das 1000-jährige Reich entstehe durch die Umkehr aller Menschen zu Gott. Er war davon überzeugt, das Friedensreich stehe noch aus und werde durch Mission und Evangelisation aufgerichtet. Erst dann, nach dieser Friedenszeit, käme Jesus auf die Erde zurück (Post = nach).
Dieses Weltbild sorgte dafür, dass die Verkündigung von der Botschaft Jesu wieder aufgenommen wurde. Auch heute spricht man vielerorts noch von einer weltweiten Erweckung, die der Wiederkunft Christi vorausgeht. Die Bibel sagt aber, dass trotz weltweiter Verkündigung der Botschaft von Jesus die Gottlosigkeit in der Welt zunehmen wird (Matthäus 24,12-14).

Der Dispensationalismus
Im 19. Jh. begründete John Nelson Darby (1800-1882) eine neue Theorie über das 1000-jährige Reich. Ausgehend vom Prämillennialismus sah er zwischen der Entrückung und der Wiederkunft Jesu eine Zeit von sieben Jahren. Nach seiner Vorstellung werden sich die gläubigen Christen während der Jahre der Gerichte Gottes und des Antichristen nicht mehr auf dieser Erde befinden. Darby teilte die ganze Geschichte der Menschheit in verschiedene Heilszeitalter ein. Seine Lehre wurde daher als Dispensationalismus (engl. dispensation = Heilsordnung) bekannt. Israel spielt in den Heilszeitaltern eine entscheidende Rolle, da hier wie im Prämillennialismus die sichtbare Herrschaft Jesu in Jerusalem erwartet wird.

Diese Lehre breitete sich vor allem im europäischen Raum stark aus. Heute gibt es auch Vertreter des Dispensationalismus, die glauben, dass die Entrückung erst in der Mitte der siebenjährigen Trübsalszeit erfolgen wird.

Was es zu bedenken gibt
Alle vier Lehren werden noch heute weltweit in unterschiedlichen Formen vertreten. Jede Gruppierung bringt gute biblische Argumente für ihre Auslegung vor. Am Auslegungsverständnis der Offenbarung gehen die Meinungen jedoch auseinander. Die einen meinen, die Offenbarung sei ein chronologisches Buch. Die anderen sehen in der Offenbarung verschiedene Visionen, die zum Teil in Bildern und zum Teil durch Symbole das Gleiche beschreiben. Hier kann man sich in endlosen Diskussionen verlieren.

 Gemeinsamkeiten aller Theorien
Alle Theorien teilen gemeinsam folgende Auffassung:
1) Jesus kommt wieder.
2) Gott hat die Kontrolle über die Welt nicht verloren.
3) Gott wirbt um die Menschen, auch wenn manches Leid auf der Erde geschieht.
4) Diese Erde wird einmal untergehen, doch es wird eine neue, vollkommene Welt geben.

Gedankenanstoß
Bei manchen alttestamentlichen Verheißungen würde man nicht automatisch  auf ihre Erfüllung schließen, so wie sie mit Jesus geschah und er sie selber verstand. Auch die Jünger Jesu konnten die Erfüllung der Prophetien nicht in seiner Kreuzigung erkennen, bis Jesus sie ihnen selbst erklärte  und ihnen die Augen für eine neue Sichtweise öffnete. So müssen auch wir mit Prophetien vorsichtig umgehen, denn Gott erfüllt sie auf seine Weise.

Die Gefahren von Endzeittheorien
Die Gefahr von Endzeittheorien besteht darin, dass man aus einzelnen Bibelstellen ganze Konzepte entwickelt. Man interpretiert die Bibel und das Zeitgeschehen durch seine eigene Brille. Bibelstellen und Zeitereignisse, die den eigenen Endzeitplan stützen, werden zitiert, andere  hingegen werden ignoriert. Es entsteht eine selektive Wahrnehmung  oder man vermutet Verschwörungen. Bei jedem sozialen System, gibt es eine formelle und eine informelle Ebene (siehe Prediger 9,15). Verschwörung  ist eine bösartige informelle Ebene, bei der man trotz besseren Wissens, irreführende Ratschläge gibt. Prophetie hat nichts mit Verschwörung zu tun, sondern mit dem Wissen, dass Gott alles in der Hand hat. „Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des HERRN; er lenkt es, wohin er will“ (Sprüche 21,1). „Denn Gott lenkt ihr Herz so, dass sie seinen Plan ausführen“ (Offenbarung 17,17). Was mich besonders irritiert, dass Menschen einander böswillige Absichten unterstellen. Mit Halbwahrheiten arbeiten. Dinge verdrehen oder sich über andere lustig machen.

Was wir lernen können
Die geschichtliche Betrachtung lehrt mich, dass wir nicht selbstsicher behaupten sollen, was geschehen wird. Alle Erkenntnis ist Stückwerk – auch meine eigene.

Jesus sagte: Niemand weiß, wann das Ende kommen wird. Keiner kennt den Tag oder die Stunde, auch nicht die Engel im Himmel, ja nicht einmal der Sohn Gottes. Allein der Vater kennt den Zeitpunkt“ (Matthäus 24,36). Und in Matthäus 24,36 heißt es: „Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.“

Wir sollten jederzeit bereit sein, aber uns nicht auf ein Datum fixieren. 

Zu den Grafiken:

https://www.obrist-impulse.net/gott-halt-sich-nicht-an-unseren-endzeitplan

 

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Jom Kippur 2019

Jom Kippur 2019 beginnt am Abend vom Dienstag, 8. Oktober und endet am Abend vom Mittwoch, 9. Oktober.

In der rabbinischen Lehre wird über den Jom Kippur gesagt: «Sünden zwischen Menschen und Gott sühnt der Jom Kippur, Sünden zwischen den Menschen sühnt er nicht.» Es ist ein Tag, an dem es einzig um das Verhältnis zwischen Gott und Mensch geht.

Jom Kippur ist der strengste Fastentag im jüdischen Jahr.

Im Morgengottesdienst kommt Jesaja 58 zur Sprache, wo die eigentliche, von Gott gewollte Bedeutung des Fastens aufgezeigt wird. In den Zusatzlesungen geht es um die Einsetzung des Versöhnungstages für Israel und den hohepriesterlichen Dienst in der Stiftshütte (3. Mose 16). Auf diese Weise wird in der jüdischen Gemeinde die Erinnerung an den Tempel und seinen Sühnedienst mit den Tieropfern wach gehalten. Es musste Leben geopfert werden, damit Gott Leben erhalten konnte. Es musste Blut vergossen werden, damit der Mensch und das Volk Israel wieder rein wurden von ihren Sünden (3. Mose 16,30).

An Stelle des dreimaligen Opferdienstes im Tempel trat im rabbinischen Judentum der dreimalige Gebetsdienst.

Einige ultra-orthodoxe Gemeinschaften schwingen am 9. Tischri ein Huhn über dem Kopf der Gläubigen. Dadurch sollen die Sünden auf das Opfertier übergehen, welches anschießend geschlachtet wird. Diese traditionelle „Kapparot“ (Sühne) Zeremonie zeigt das Bewusstsein, das für Vergebung der Sünden Blut fließen muss.

Jom Kippur endet mit der Vergebungshoffnung, aber nicht mit Vergebungsgewissheit.

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Rosch HaSchana – Jüdisches Neujahr – Tag des Schofarblasens

Sonntag 29. September 2019 beginnt nach Sonnenuntergang der Erew Rosch HaSchana vom jüdischen Jahr 5780.

Gemäß dem Midrasch Wajikra Raba ist Rosch HaSchana der Tag, an dem Gott den Menschen erschaffen hat. Auch soll an diesem Tag Josef aus dem Gefängnis entlassen worden sein, in dem er zwölf Jahre lang unschuldig eingesperrt war. Ebenso soll die Sklaverei in Ägypten an diesem Tag ein Ende gesetzt worden sein und so wurde Rosch HaSchana zum Tag des Beginns der Erlösung.

Nach der Babylonischen Gefangenschaft fanden vom 1.-10.Tischri die Versammlungen des Esra (Neh. 8,2) statt. So beginnen mit Rosch HaSchana zehn Bußtage, die am Abend des Jom Kippur (Versöhnungstag) enden. Nach rabbinischer Vorstellung wenden Umkehr, Gebet und Liebeswerke Gottes Gericht ab. So hofft der rabbinisch orientierte Jude, dass Reue und Wiedergutmachung Gott dazu bewegt, ihn wiederum für ein Jahr in das Buch des Lebens einzuschreiben.

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Glaube an Gott in Europa

Die Deutschen sind sich im Vergleich mit anderen europäischen Ländern anteilsmäßig am wenigsten sicher, dass Gott existiert: Nur 10 Prozent der Einwohner glauben mit absoluter Gewissheit an einen Gott.

24% sagen, sie besuchen mindestens monatlich Gottesdienste.

Das bedeutet, viele Gottesdienstbesucher sind sich nicht sicher, ob Gott mehr ist als ein hilfreicher Gedanke. Sie scheinen keine Gotteserfahrungen gemacht zu haben.

weiterlesen … https://www.obrist-impulse.net/glaube-an-gott-in-europa

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Glaube im Angesicht des Leidens

Die Vorstellung von einem gütigen Gott, zerschellt bei vielen Menschen, wenn sie mit der leidvollen Dimension des Lebens konfrontiert werden. Aber kann der Atheismus vernünftigere und hilfreichere Antworten geben, um die Leiden der Welt zu bewältigen?

Könnte der Schlüssel nicht darin liegen, dass Gott anders gütig ist als wir es uns vorstellen?

Gott will nicht fern und unbegreifbar sein. Er möchte uns begegnen und helfen, Leid zu verarbeiten und zu bewältigen, um ein neues Ja zum Leben zu finden.

Weil die Liebe Gottes heilig und vollkommen ist, kann sie sich nicht mit Gewalt, Manipulation oder Zwang durchsetzen. Vielmehr setzt sie den Menschen frei, damit der aus freien Stücken Gott lieben und gegenüber ihm handeln kann.

In Jesus haben wir es mit einem Gott zu tun, der mit uns Menschen leidet (Hebräer 4,15, 5,7-9).

Gott war von Anfang an bereit, den möglichen Preis für die Freiheit, die er dem Menschen in Liebe gegeben hat, selbst zu bezahlen. Schalom (Friede) bedeutet: Es ist alles bezahlt.

Unter diesen Voraussetzungen steht Gott nicht länger auf der anderen Seite des Leides. Die Leidgeplagten entdecken, wie nah er ihnen ist. Wenn Gott die Leiden der Menschen teilt, dann kann er dafür nicht angeklagt werden. Denn der Gott im Leiden kann mich aus dem Leiden herauszuführen.

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Warum hängt Jesus am Kreuz?

Weihbischof Dominicus Meier aus Paderborn beobachtete einmal ein kleines Mädchen, das die Kirche bewunderte, unter dem Kreuz stehen blieb und seinen Papa fragte: „Warum hängt der da?“ So fragen sich viele auch heute, meinte der Weihbischof im Donaukurier vom 15.9.19. Etwa wegen der vielen Missstände? „Verlangt Gott ein Opfer, damit er die Menschen wieder lieben kann?“ „Nein“, betonte er,
 
„Gott gab seinen Sohn, weil er die Menschen liebt. Jesus musste nicht sterben, weil Gott ein Problem hatte.“ Das Problem liege bei den Menschen. Jesus komme nicht als Gewaltherrscher, er stellt sich „an die Seite der Gescheiterten und nimmt jeden von uns in seine weit geöffneten Arme“.
 
„Jesus, der Gekreuzigte, ist auch heute bereit, eine Brücke zu schlagen, er öffnet uns den Weg in unsere Heimat, zurück zu Gott.“ Und er schloss mit der Antwort auf die Frage des Mädchens: „Er hängt da, weil Gott dich liebt.“
 
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