Jom Kippur – Der Versöhnungstag

Er bezieht sich nicht auf historische Ereignisse oder Gegebenheiten wie Saat und Ernte, sondern allein auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Schöpfer, vor dem er sein Leben und auch das seiner Mitmenschen zu verantworten hat.

Zur Zeit des Tempels wurde ein Ziegenbock für die unerkannten Sünden des ganzen Volkes geopfert (3. Mose 16; Hebräer 9,7). An Stelle des dreimaligen Opferdienstes im Tempel trat im rabbinischen Judentum der dreimalige Gebetsdienst. Der Tempel- und Opferdienst wurde durch die täglichen Gebete und den Synagogenbesuch abgelöst.

Einige ultra-orthodoxe Gemeinschaften schwingen am 9. Tischri ein Huhn über dem Kopf der Gläubigen. Dadurch sollen die Sünden auf das Opfertier übergehen, welches anschießend geschlachtet wird. Diese traditionelle „Kapparot“ (Sühne) Zeremonie zeigt das Bewusstsein, das für Vergebung der Sünden Blut fließen muss.

Jom Kippur endet mit der Vergebungshoffnung, aber nicht mit Vergebungsgewissheit. Denn es heißt im Talmud: «Die Sühne erfolgt nur durch das Blut» und in 3. Mose 17,11: «Das Blut ist die Versöhnung, weil das Leben in ihm ist.» Das Blut musste auf den Sühnedeckel der Bundeslade gesprengt werden (3. Mose 16,15) und auf den Altar (Vers 18).

In Jeschua (Jesus), der sich selbst als jüdischer Messias verstand, empfängt der Glaubende den Zuspruch: «Dir sind deine Sünden vergeben!» (Matthäus 9,2). Offen bleibt, ob die Christen in ihren Gottesdiensten die tiefe Betroffenheit über die persönliche Schuld noch erleben, in der die schmerzhafte Reue und der ehrliche Wille zur Umkehr Ausdruck finden, wie dies beim jüdischen Volk am Jom Kippur der Fall ist

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