Israelsonntag 2018: Sonntag 5. August

Das Gedenken an die Zerstörung Jerusalems (Tischa BeAw) fand im christlichen Kalender Eingang am 10. Sonntag nach Trinitatis, auch «Israelsonntag » genannt. Luther setzte diesen Tag zu Beginn der Reformation ein, um sich mit den Juden solidarisch zu erklären. Zuerst wurde er «Jerusalem-Gedenktag» genannt.

Der Inhalt dieses Sonntags wurde in der Geschichte unterschiedlich verstanden.
Auch wurde der Israelsonntag zeitweise benutzt, um sich gegenüber Israel abzugrenzen und sich selbst als neues Israel zu proklamieren.

Dabei könnte der Israelsonntag ein Tag der Solidarität mit dem Volk der Bibel, den Juden, sein – ein Tag der Trauer und Buße im Bekenntnis des eigenen Versagens, auch gegenüber dem jüdischen Volk.

Den Trost, den Christen in Jesus empfangen haben, gilt auch dem jüdischen Volk.

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Tu BeAv – eine israelische Version vom Valentinstag

Freitag 27. Juli 2018

Tu BeAv ist in Israel ein Freudentag. Er gleicht etwas dem Valentinstag, an dem man sich Blumen schenkt. Die erste offizielle Erwähnung von Tu BeAv findet sich in der Mischna am Ende des zweiten Jahrhunderts. Es handelt sich um keinen traditionellen Feiertag, sondern um einen normalen Arbeitstag, auch wenn in der Nacht zu ihm viel gesungen und getanzt wird.

Wegen der freudigen Ereignisse, die an diesem Tag stattfanden, betrachteten die Gelehrten Israels den 15. Aw als einen der beiden Erfolg versprechendsten Tagen im jüdischen Kalender (der andere ist Jom Kippur – Talmud, Taanit 26b).

Ab dem 15. Aw sollte man das Studium der Thora intensivieren, da in dieser Zeit die Nächte des Jahres beginnen länger zu werden und „die Nacht zum Thora-Studium erschaffen worden ist“

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Tischa BeAw – Tröstet mein Volk

2018: 9. Aw 5778 (wegen dem Schabbat am 10. Aw) So 22. Juli

Am 9. Aw 586 v. Chr. wurde der Tempel durch Nebukadnezar zerstört. Am 9. Aw 70 n. Chr. wurde der Zweite Tempel Israels durch Titus vernichtet. Im Freiheitskampf der Zeloten unter Bar Kochba gegen Rom fiel die Festung Betar am 9. Aw 135 n.Chr. In Spanien mussten die Juden am 9. Aw 1492 das Land verlassen. Am 9. Aw 1914 begann der Erste Weltkrieg, der für die osteuropäischen Juden folgenschwer wurde.

Der Tischa BeAw (9. Aw) gehört zu den vier Trauertagen im jüdischen Kalender, die der Zerstörung Jerusalems gelten. Am Abend sitzt man mit Kerzen auf dem Boden und liest spezielle Trauergebete vor.

Mit der Zerstörung des Tempels erlosch der Opferdienst. «Wir sind nicht mehr imstande, unsere Pflichten zu erfüllen in dem Haus, das du erwählt hast, in dem großen heiligen Hause, über dem dein Name genannt wird» (aus einem jüdischem Gebetsbuch).

Die Trauer um den Tempel begleitet jüdische Menschen ein Leben lang.

Der Schabbat nach dem 9. Aw ist der Schabbat Nachamu (Schabbat des Trostes). Mit den Worten aus Jesaja 40,1 «Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott» wird daran erinnert, dass Gott bisher immer auf die Trauer seines Volkes geantwortet und es getröstet hat.

Das Gedenken an die Zerstörung Jerusalems fand im christlichen Kalender Eingang am 10. Sonntag nach Trinitatis, auch «Israelsonntag » genannt.

Im Judentum gibt es die Überzeugung, dass der Tod eines Gerechten seine Generation rettet. Damit bekam auch das sinnlose Leiden und Morden nach der Zerstörung des zweiten Tempels und dem Ausbleiben der Versöhnungsopfer (vgl. Rabbi Wein, Yeven Metzulah) eine Bedeutung.

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Corpus Christi – Fronleichnamsfest 31. Mai 2018

Mit dem Fronleichnamsfest ( 2018: Donnerstag 31. Mai) gedenkt die katholischen Kirche der leiblichen Gegenwart Jesu Christi (Realpraesenz) im Sakrament der Eucharistie.

Das Fest wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. zum Fest der katholischen Kirche erhoben. Das Festes geht auf eine Vision der heiliggesprochenen Augustinerchorfrau Juliana von Lüttich im Jahre 1209 zurück.

Aus der Einführungsbulle 1264 geht aber auch hervor, dass Papst Urban IV. als primären Einführungsgrund des Festes den siegreichen Triumph über die Ketzerei favorisierte, die die Transsubstantiation abgelehnt hatte.

Am ersten Apostelkonzil wurde der Verzehr von Blut verboten (Apostelgeschichte 21,25). Paulus spricht im Korintherbrief von der Gemeinschaft des Blutes und des Leibes, nicht aber das Brot und Wein es geworden ist (1.Korinther 10,16).

Offen bleibt auch die Frage, warum der Kelch in der katholischen Kirche den Gläubigen meistens vorenthalten wird und der Priester ihn alleine trinkt. Denn das Blut gibt nach der Bibel die Vergebung der Sünden (Epheser 1,7 / Hebräer 9,22).

Das Konzil von Trient (1545–1563) bestätigte das Fronleichnamsfest und wertete es zu einer gegenreformatorischen Demonstration auf.

In der orthodoxen Kirche ist die Verehrung und Anbetung vom Brot unbekannt. Hier lautet ein Grundsatz: Wir verehren die heiligen Gaben, weil wir sie – etwa zur Krankenkommunion – aufbewahren, aber wir bewahren sie nicht auf, um sie zu verehren.

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Fasten am 17. Tammus 2018: Freitag 31. Mai

Am Fasttag vom 17. Tammus erinnert sich das jüdische Volk an fünf Tragödien.

Der Prophet Sacharja erwähnt diesen Fasttag zum ersten Mal (8,19): „… Das Fasten im vierten Monat …“

Im Traktat Ta’anit (4,6) erklärt die Mischna, dass an diesem Tage wegen fünf Tragödien gefastet wird, die sich an diesem Tag ereigneten:

1. Moses zerbricht angesichts des Tanzes der Israeliten um das Goldene Kalb die Gesetzestafeln am 17. Tammus.
2. Während der Belagerung Jerusalems zur Zeit des Ersten Tempels gelingt es ab diesem Tag nicht mehr, die beiden Lämmer für den Opferdienst im Tempel aufzutreiben. Der Opferdienst wird eingestellt. Ein Zeichen des nahenden Endes.
3. Eine Torahrolle soll verbrannt worden sein. Der Talmud erzählt die Geschichte eines griechischen Offiziers namens Apostomos, der zur Zeit des Zweiten Tempels lebte und eine Torahrolle Esras verbrannt haben soll.
4. An diesem Tag wird nach Daniel 12,11 im Tempel ein Götzenbild aufgestellt. „Von der Zeit, wo das tägliche Opfer abgeschafft und der Greuel der Verwüstung aufgestellt wird …“. Wer dies gemacht haben soll, ist unklar.
5. Die Stadtmauern Jerusalems beginnen unter der erbarmungslosen römischen Belagerung 70 n.Chr. nachzugeben

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Der Heilige Geist – Atem Gottes

Der Heilige Geist bewegt, er feuert an, er erfüllt die ganze Schöpfung. Seine Wirkung bleibt atemberaubend.

Wo immer etwas Fahrt aufnimmt, Kraft entwickelt oder aufbricht in der Bibel – da ist der Heilige Geist im Spiel.

Der Geist ist heilig, weil er nicht irgendein Geist ist – sondern die wirksame Gegenwart Gottes im Leben der Menschen.

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Schawuot – Gott offenbart sich

2018: Beginn mit Sonnenuntergang am Samstag 19. Mai 2018 und endet mit Anbruch der Nacht vom Sonntag in Israel und Montagabend außerhalb Israels.

Das hebräische Wort Schawua heißt Woche und Schawuot ist die Mehrzahl davon, bedeutet also «Wochen». Sieben Wochen nach Passah, also am 50. Tag danach (griechisch Pentecoste, d.h. der Fünfzigste), soll Schawuot gefeiert werden (5. Mose 16,9-10).

Nach rabbinischer Überlieferung empfing Israel am 50. Tag nach dem ersten Passah die Offenbarung der Tora am Sinai (Matan Torah).

So wie Gott dem Volk Israel damals bei der Gesetzgebung im Feuer erschien (2. Mose 19,18), so wurde Gottes neues Gesetz (Jeremia 31,31-33 / Hesekiel 36,26-27/ Römer 8,2) durch Feuerzungen an Schawuot in Jerusalem sichtbar.

In Jerusalem kam die Herrlichkeit Gottes zu den Menschen, jedoch nicht Angst einflößend wie am Sinai, sondern Neugier weckend.

An Schawuot wird auch das Buch Ruth in den Synagogen gelesen. Für die Nachfolger von Jeschua (Jesus) wurde durch das Kommen des Heiligen Geistes die Trennung zwischen Juden und Nichtjuden aufgehoben (Epheser 2,18; 1. Korinther 12,13; Galater 3,28). Ganz neu wird uns die umfassende Liebe Gottes zu allen Völkern bewusst.

Im Schawuotfest kommt die weltweite Bedeutung der Gebote Gottes für alle Völker zum Ausdruck. Gott offenbart sich den Völkern durch sein erwähltes Volk.

Nach jüdischer Tradition stammt die Menschheit von den 16 Nachkommen Noahs ab. In Bericht über Pfingsten werden in der Apostelgeschichte 16 Sprachgruppen genannt, um deutlich zu machen, dass von nun an die gesamte Menschheit, Juden und Nichtjuden, die Botschaft Gottes ohne Sprachbarriere hören soll.

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